Rutschauto für Surf Girls

Hier mal eine Kaufempfehlung.  Dieses tolle Rutschauto bekam das Bernsteinmädchen zum zweiten Geburtstag von ihren lieben Pateneltern. Es stammt von der Firma italtrike. Wir haben ja auch schon die üblichen Bobbycars, aber dieser tolle Bulli wird hier heiß geliebt. Ist auch nicht verwunderlich, denn er ist ectrem wendig, leichtgängig, leise und auch beim Quatschmachen kippsicher!

Außerdem hat er noch ne supercoole Verstaumöglichkeit in seinem Sitz.

Also von daher mal eine sehr seltene Kaufempfehlung von mir! Das ist wirklich top das Teil!15002679910421703664340.jpg

 

Kinder als Herausforderung?  Ja klar…aber eine an der man versucht nicht kaputt zu gehen, das ist klar. Wird doch überall wo man Kinder sieht gleichermaßen gestöhnt- anstrengend sei das und so auslaugend und für einen selbst kommt nichts dabei rum, außer Selbstaufgabe natürlich und berufliche Einbußen, vom finanziellen Desaster ganz zu schweigen.

Aber was, wenn Erziehung von und Leben mit Kindern für jemanden mehr bedeutet, wenn man erkennt, dass darin eine sehr große Chance liegt, gerade was die persönliche Weiterentwicklung,  das Schärfen von Geist, Seele und ja (!) auch Körper liegt?

Betrachten sie das unten stehende Zitat (aus: Jesper Juul, Jahreskalender 2017, Kösel Verlag)
1499928450250-2104196551.jpgDa fällt immerhin schon mal das Wort „spannend“ und das ist in diesem Fall, denke ich, positiv gemeint.  Mit solch einer Meinung steht man trotz solch hübscher Zitate meist alleine da, ziemlich alleine auf ziemlich weiter Flur. Das ist überhaupt nicht ‚in‘.

Kinder, ja klar, die muss man haben, aber die sollen doch bitte recht schnell groß werden, und nicht so laut sein, nicht so viel kaputt machen, nicht so viel stören, nicht so auf die Nerven gehen, gut erzogen sein, möglichst von Anfang an, lieb und angepasst, sozial, aber trotzdem selbstbewusst usw usw…

Nur sehr wenige Eltern leben tatsächlich nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ und be- und ergreifen die Chance, die das Leben mit Kindern FÜR SIE ALS PERSON bereit hält.

Ich appelliere genau dafür.  Nicht höher, schneller, weiter zu wollen in der Kindererziehung, sondern den FLOW zu finden und mit ihm zu gehen.  Im Hier und Jetzt.  Es gibt nichts Schöneres für ein Kind, als Eltern, die es so sehen wie es JETZT GERADE ist.

Und es gibt keine bessere Gelegenheit für Eltern genau das zu üben und zu verinnerlichen aus Liebe zu sich selbst und zum Kind. Weil man so etwas begreifen kann vom Wandel der Zeit und der Tiefe des SEINS.

Feine Nase

Wie oft sollte man so kleine Kinder eigentlich waschen?  Steht das irgendwo? Verbreitet ist ja ein Waschtag in der Woche.  Aber wenn das nicht reicht, wegen Sonne, Sonnenmilch, Sand und Gras?

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Ja, dann nach Bedarf!

Aber nach Bedarf hatte ich nicht geschafft neulich….und dann war das und dann das. Kurzum irgendwann waren die Kinder unaufschiebbar schmutzig, so dass ich sie sogar VOR dem Mittagsschlaf gewaschen habe.

Da liegt dann die Große im Bett, während ich dem Baby die Flasche gebe, und ich höre sie folgendes Selbstgespräch führen:

„OH, was riecht hier so gut?“

-Pause-

„Ah, das sind meine Haare!“

No words needed.

Da wusste ich, das war wirklich allerhöchste Eisenbahn mit dem Sauber machen.

 

 

Wo leben wir eigentlich?

Ich hab es ja immer ein bisschen für einen Witz gehalten. Naja, dieses altmodische Denken, das manche Familie ja doch noch sehr im alten Rollendenken festhängt. Das die Moderne und die echte Gleichberechtigung noch nicht in den Köpfen angekommen ist.

Aber nun, in meinem vierten Ausbildungsjahr als Mutter – und das mittlerweile dreifach, da dämmert es mir allmählich.  Das ist kein partielles Festhängen einzelner Familien, Männer, Frauen, Oma, Opas usw…nein. Die ganze Gesellschaft hat da nen ernstzunehmendes Problem.  Denn, Überraschung (!), wir schreiben nicht das Jahr 1955, auch nicht 1971 oder vielleicht ’93…nein, es ist 2017 und trotzdem ist das hier eine ganz normale Geschichte:

Ein dreifacher Vater (mein Mann) nimmt Urlaub, um seiner Frau (mir) eine Woche Auszeit zu gönnen. Das wurfe vorher besprochen und war für beide selbstverständlich. Diese Frau hat sich bewusst dazu entschieden, sich, solange es finanziell möglich ist nur den Kindern zu widmen, den Beruf auf Eis zu legen, nicht weil sie es muss,  sondern weil sie das möchte.

Derselbe Mann ist berufsbedingt oft mehrere Tage am Stück unterwegs, teilweise sehr spontan ohne Planungssicherheit für die Familie. Außerdem war er erst im März diesen Jahres für 3 Wochen, ebenfalls berufsbedingt, unterwegs.

Was passiert, liebe Leser? Egal wohin der Mann sich auch in dieser einen Woche bewegt, überall raunt und staunt es: „Was? Deine Frau lässt die Kinder allein? “ (Nein, die sind ja beim Mann… ) / „Haha, das muss ich meinem Mann auch mal vorschlagen, der lacht sich kaputt!“ (Ist ja auch witzig…)/ „Ist das nicht schade um deinen Urlaub?“ usw usw

Ist das zu glauben?  Hat es umgekehrt, bei Abwesenheit des Mannes auch nur einen einzigen so gearteten Kommentar gegenüber der Frau gegeben?…Ich muss das nicht beantworten, sie kennen die Antwort bereits…

Ganz ehrlich das ist doch peinlich.  Diese eine Woche Urlaub hat so viel für mich bedeutet, war und ist so wertvoll für uns alle. Meine Gelassenheit im Umgang mit den Kindern und meine Zuversicht, dass unser Zuhause, die Kinder genau der Ort ist an dem ich sein will, meine Energie hineinstecken will, ist noch mehr gestiegen.  Uns allen tut das gut. Uns ist das klar. Aber was ist los mit den Leuten, mit der Gesellschaft, wo soll das hin? Kinder lernen vor allem am Beispiel, an dem was sie vorgelebt bekommen.  Soll das ewig so weitergetragen werden?  Ist es nicht an der Zeit die Generationenkette mal zu unterbrechen?

Natürlich gab es auch positive Reaktionen, aber die erreichten mich eher hinter vorgehaltener Hand. So als würde man einen Ökoaktivisten, der sich nicht an die Regel hält um seinen höheren Werte und Prinzipien treu zu bleiben, heimlich auf die Schultern klopfen  („Toll, dass ihr die Versuchstiere befreit habt, das müssten viel mehr Menschen tun. ..“).

Ich find das erstaunlich und traurig.  Hält man die Augen und Ohren auf, ist das Umfeld voll von solchen (und noch viel schlimmeren) Geschichten. Frauen, die für und mit den Kindern zu Hause sind und die Heizung nicht einschalten  dürfen, weil es ja warm genug sei. Das entscheidet natürlich der Mann, der gleichzeitig 10 Stunden am Tag im warmen Büro verbringt, während sie friert. Frauen, die sich ein Taschengeld auszahlen lassen, wie damals von Papi, weil sie mit der Entscheidung für Kinder ihr Einkommen verloren haben und ihre „Freiheit“ darin besteht sich alle 3 Wochen mit dem Taschengeld neue Nägel machen zu lassen.

Das ließe sich noch ewig fortsetzen….

Ich ende indem ich die Überschrift beantworte: Wir leben im Jahr 2017 Freunde, 2017….

Oh mein schönes Schaukelpferd

Ich habe beim Stöbern im Netz eine wundervolle Idee entdeckt. Genauer gesagt fand ich bei Lillesol und Pelle  (http://lillesolundpelle.com) eine ganz entzückende Anleitung für eine Pferdschaukel. Da ich auch zwei kleine Mädchen habe, bestand kein Zweifel: das  Teil brauchen wir!

Es war wirklich überhaupt nicht schwer herzustellen, die Anleitung ist perfekt und gut verständlich. Seit dem ist „Stella“,  benannt nach dem Lieblingspony aus dem örtlichen Reitstall, der Hit in unserem Garten. Sowohl bei unseren Mädels, als auch bei allen (auch männlichen) Besuchskindern.

Ich kann den Nachbau nur uneingeschränkt empfehlen, es lohnt sich! Das Tutorial findet ihr hier:

http://lillesolundpelle.com/tutorial-fuer-eine-pferdeschaukel/

 

Geliebtes Chaos

Ich sag es gleich zu Beginn und frei raus; ich mag diese ordnungsfanatischen, andere auf deren Ordnung beschränkende Menschen nicht. Falls Sie glauben so jemanden gibt es gar nicht. Ich hab im allernächsten Bekanntenkreis gleich zwei Exemplare davon. Ohne fies klingen zu wollen, ist das Ordnung halten in diesen Fällen auch eines der Hauptfähigkeiten, weswegen es eventuell auch so hochgelobt wird. Schade ist nur, dass tatsächlich das Phänomen Auftritt anderer Leute Ordnung, also natürlich nur die von anderen Frauen, auch wenn sie sich den Haushalt mit einem Mann teilen, zu beurteilen und zu bewerten und daraus dann tatsächlich deren Qualitäten als Hausfrau abzuleiten.
Sie finden das immer noch unfassbar? Das gibt’s doch gar nicht?
Doch doch, das ist keine Geschichte von vor 50 Jahren, oder von vor 100 Jahren, oder aus einem anderen Land, zum Beispiel der Türkei oder so. Nein, nein. Leider nicht.
Nun ja, was soll ich sagen; ich bin froh, dass ich das Chaos aushalten kann, dass ich meine Weiblichkeit nicht über Sauberkeit im Haushalt definiere (oh Gott klingt das krank!), dass ich meine Kinder (Mädchen!) so spielen lassen kann, dass sie danach so dreckig und staubig und sandig und matschig sind, dass nur eine Badewanne hilft, dass ich nicht ständig hinter den Kindern her räume, denn ich bin überzeugt, das Kinder Chaos brauchen, es ist kreativ, es lässt Dinge entstehen, man kann etwas erschaffen. In der Ordnung kann man Dinge nur nachahmen und niemals kreieren.

In diesem Sinne eine kleine Draufsicht unseres morgendlichen Frühstückstisches.
Ich liebe es.

Verweile doch, du bist so schön

Wir haben in unserem Garten einen Schmetterlingsflieder. Das war am Anfang eine wirklich kleine Pflanze, die in so einen normal großen Topf saß. Dann kam er in den Garten, ohne dass wir wussten wo man so einen Flieder am besten hinpflanzt. Seit einem Jahr gibt der Schmetterlingsflieder als solches Vollgas. Gestern waren dort so viele Schmetterlinge, dass ich mit den Kindern mehrere lange Momente davor stehen und staunen konnte.

Das passte und passt wunderbar zu meinem neuen Credo, dem leben im Moment, wohl wissend, dass sich dieser nicht festhalten lässt. Dabei ist genauso wichtig wie das Sein im Moment das gleichzeitige Loslassen der Gedanken an Vergangenheit und Zukunft. Denn tatsächlich absorbiert das Beschäftigen mit Dingen aus Vergangenheit oder Zukunft sehr viel Energie. Oftmals ist das gar nicht so positiv. Ich nenne nur mal einige Adjektive die damit verbunden sind; grübeln, nachtragen, bereuen, ängstlich, ungewiss, unmöglich, schwierig,…und so weiter und so fort.
Das ist total anstrengend. In der Tat fallen mir keine Wörter außer Vorfreude und Dankbarkeit ein, die im Zusammenhang mit der Zukunft oder der Vergangenheit positiv belegt wären. Egal wie rum man es dreht, es macht schlichtweg keinen Sinn, sich NICHT der Gegenwart vollumfänglich hinzugeben. Im Englischen nennt man die Gegenwart ja „present“ und witzigerweise bedeutet „present“ auch Geschenk. Ich kenn mich mit Stammesgeschichten von Wörtern nicht aus. Aber das ist doch einfach zu wundervoll um Zufall zu sein.
Jedenfalls gelingt der Alltag mit Kindern sehr viel besser und entspannter, wenn man sich diesem Credo verschreibt. Es ist absolut tödlich Zeit mit Kindern zu verbringen und dabei beispielsweise die ganze Zeit daran zu denken, was man noch zu erledigen hat oder was man um Himmels Willen in diesem Moment eigentlich sehr viel nützlicheres tun könnte. Das führt zu einer inneren Anspannung und Nervosität, die dann, egal ob es mit den Kindern gut läuft oder nicht, in einem Konflikt endet. Man ist genervt. Dafür können die Kinder gar nichts, der Konflikt entspringt ja dem eigenen inneren Konflikt nicht im hier und jetzt sein zu wollen. Und ich sag hier bewusst wollen, weil diesem Verhalten eine Entscheidung voraus geht, die man treffen muss.
Seitdem ich diese Entscheidung FÜR die Gegenwart getroffen habe, hab ich viel weniger Konflikte mit meinen Kindern. Oder besser gesagt meine Kinder mit mir….Ich akzeptiere, dass es jetzt so ist wie es ist und ich jetzt nichts anderes machen und anfangen brauche. Ich nehme mir auch nicht vor bis zum Zeitpunkt x geputzt, gesaugt, aufgeräumt, eingekauft oder oder haben zu wollen. Ich bin einfach nur im Moment. Und dann geschieht etwas Phänomenales, man gelangt in eine Art kindlichen Flow, kindlichen Flow, so wie früher. War es doch vorher so, dass sich 20 Minuten teilweise wie 2 Stunden anfühlten, kann sich dieses Verhältnis nun gut und gerne mal umdrehen. Das liegt auch daran, dass man durch die gewonnene Zeit, die man sonst mit Gedanken an vorher oder nachher verbracht hat, plötzlich auf das Beobachten und Erforschen der Persönlichkeiten der Kinder fokussieren kann. Und das ist sehr spannend. Dem liegt eine Fragestellung der Richtung „Wer seid ihr eigentlich und wie tickt ihr so?“ zugrunde.
Und dieser Perspektivwechsel führt zu einem Rollenwechsel, weg vom Erzieher und Aufpasser, hin zum Beobachter und Lenker. Eine ganze Kaskade von Kettenreaktion hat mein neues Credo mir nur binnen einer Woche eingebracht. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

In diesem Sinne, verweile doch, lieber Sommer, lieber Moment, lieber Schmetterling und lieber Flieder, du bist so schön.

Let them be little

Kind sein dürfen. Geliebt werden als Basisgefühl. Bedingungslos. Im Zorn und in der Freude. Akzeptieren und respektieren der noch so kleinen Persönlichkeit und dennoch Erziehen. Wobei auf das Ziehen verzichtet werden sollte. Erlenken vielleicht. Oder lieber Erfinden. Aber dann erfinden lassen. Im proaktiven Sinn. Wie auch immer. Nicht nur das gewünschte Verhalten unterstützen, sondern Stütze bleiben, auch wenn es ruckelig wird.

 

Diesen Absatz hab ich vor mehr als einem Jahr geschrieben und jetzt gerade wieder gefunden. Ich muss sagen, der ist gar nicht mal so schlecht. Tippen tue ich diese Zeilen nun gerade auf meinem neuen IPad Mini. Das hab ich mir tatsächlich hauptsächlich gekauft, um hier weiter bloggen zu können. Jaja, nun fühlen Sie sich mal nicht so geschmeichelt. Das mach ich nicht so sehr für Sie oder irgendwen, sondern für mich. Es soll mein kleines „Lebenstagesbuch mit meinen drei Kindern werden“. Drei?? Ja, richtig gehört. In diesem Beitrag hier  Wieviel Kinder hätten Sie denn gerne?  , hab ich noch thematisiert, ob und wann ein drittes Kind in Frage käme. Und dann haben wir uns entschlossen, im Oktober 2015, dass zu unserem Leben drei Kinder gehören. Das war eine sehr irrationale Entscheidung, das ist übrigens jede Entscheidung für ein Kind wenn man es genau nimmt. Jedenfalls war es eine reine, pure Herzensangelegenheit. Ziemlich schnell ging unser Wunsch dann in Erfüllung und ich wurde im November schwanger. Leider haben wir dieses Baby Neujahr verloren. Nach Schock und Trauer kam schon bald wieder Freude. Eben wie im echten Leben. Denn das verlorene Baby hatte sich in der kosmischen Warteschlange direkt wieder angestellt und gesellte sich bereits Anfang Februar wieder zu uns. Es hat so sollen sein. Es wäre unsere Chance für einen Rückzieher gewesen, aber es hat unseren Wunsch nur stärker werden lassen. Nun ja, das ist eigentlich eine Geschichte für sich. Jedenfalls bin ich nur schon im 8. Monat schwanger und im Oktober wird unser drittes Kind zur Welt kommen. Was für ein Geschenk.

Mit diesem IPad Mini und einer Bluetooth Tastatur, werde ich nun versuchen freie Minuten zwischendurch zum Schreiben zu nutzen. Denn es ist so sehr viel einfach als mit einem großen Laptop oder sogar unsrem PC im Obergeschoss. Da komm ich einfach nicht zu. Aber ich möchte schreiben. Meine Gedanken und Gefühle festhalten. All das Schöne, das Schwierige und auch das Traurige was zu einem Leben dazu gehört. Ich glaube das war und ist eine gute Investition.

In diesem Sinne; auf bald!

Herzzerreißend

Eigentlich war das heute irgendwie kein schöner Tag.  Der Mann und ich hatten miese Stimmung. So richtig weiß man nicht warum. Begonnen hat es damit, dass ich mich beleidigt gab, weil er mit seinem Bruder am Telefon einen derart sarkastischen Tonfall drauf hatte, das man nicht wusste, wo jetzt Spaß aufhört und Ernst anfängt. An allem was man sagt ist auch was dran.

Eigentlich kann ich da gut mit um. Eigentlich weiß er auch, dass das wenn es Außendarstellungen von uns betrifft, meine Humorsensitivität schnell überschreitet.  Aber eigentlich ist das Grundproblem ein anderes. Er arbeitet grade viel. Vor allem nachts. Dadurch arbeite ich auch mehr.  Denn der Mann entfällt für die Nachtschicht beim großen Kind, womit ich bei ungünstigen Nächten Doppelschichten schiebe, die an eine ganz schlechte Partie Pingpong erinnern. Ist die eine wach, wird es die andere auch. Schläft die eine dann endlich ein, weckt die andere sie wieder auf. Kapitulation meinerseits endete in der vergangenen Nacht um 4 Uhr und 38 Minuten in der Küche, Milch erwärmend und hundemüde. Saumüde.

Also zurück zum eigentlichen Problem. Wir haben beide Schlafentzug. Und das ist wirklich etwas das sehr wesensverändernd wirkt. Ist ja nicht umsonst Foltermethode. Da geht einem einiges auf den Schnürsenkel, was man ehemals noch amüsant fand. Mit Schlafentzug geht einiges Hand in Hand. Minuspunkte für die Gespräche zu zweit und Minuspunkte für die Libido zum Beispiel. Das hilft dem gegenseitigem Verständnis auch nicht unmittelbar auf die Sprünge.

Also jedenfalls war der Tag eigentlich für den Allerwertesten.

Der Mann und ich hatten uns zwar am Vormittag bereits ausgesprochen, aber wir können beide nicht von 0 auf 100 wieder honigkuchengrinsend sein.

Jedenfalls heute Abend passierte es. Am Abendbrottisch. Jadekind auf ihrem Stuhl. Bernsteinmädchen auf meinem Schoß.  Ersteres aß widerwillig ihr Brot, letzteres genussvoll ihre Reisflocken-Griespampe. Da begann das Jadekind zu blödeln, zeigte dem Schwesterchen den mit Brot vollgestopften Mund und tönte dabei laut „YAMYAMYAM“ -da gluckste das Baby schon. Als das Jadekind dann auch noch den Popo rhythmisch vom Stuhl hob und dabei Furzgeräusche produzierte, lachte das Baby lauthals.  Minutenlang wiederholte sich dieses Schauspiel.

Es war herzzerreißend.  Es war wunderschön. Die Magie des Kinderlachens ist wie Sternenstaub. Einzigartig und ewiglich.

Und dann der Blick über den Tisch zum Mann – da kann man am Vor -und nachmittag soviel reden wie man will, manchmal braucht es Momente.  Keine Worte.

Ich hab ihn eingefroren, diesen Moment. Er ist eines von vielen Mosaikstückchen meiner Seele. Ich hoffe es kommen noch viele dazu und ich bin dankbar für jedes einzelne Teil. Jeden Moment. Everything counts.

How to survive….

…kranke Kinder!

Ja, dazu braucht man echte Kämpfereigenschaften, eine weiche Schale und einen rauhen Kern sozusagen. Denn kranke Kinder (man beachte den Plural!) sind wirklich eine Herausforderung. Ich rechne damit, dass das Gesund-pflegen von kranken Kindern im eigenen Haushalt, genau wie das Anziehen mehrerer Kinder bei winterlichen Temperaturen (Stichwort: alternierendes Bilden von Zwiebelschichten), demnächst zum Ausbildungsberuf auserkoren wird.

Definitiv habe ich mittlerweile kostbare Skills in beiden Angelegenheiten erlangt – aber hier verrate ich jetzt erstmal das wesentlich in puncto Überlebenstricks bei kranken Kindern.

So vor zwei Wochen war es nämlich soweit, beide Mädels ziemlich krank, viralen Infekt mit Beteiligung der oberen Atemwege. Das bedeutet auf gut deutsch: verrotze Nasen, minütliches Niesen mit vielen Gelegenheiten zur Tröpcheninfektion, rauhe Stimmen bis zu Stimmversagen und vor allen Dingen Husten. Husten ist deshalb so nervig, weil er einen vom Schlafen abhält. Wenn man unter einem Jahr alt ist, so wie das Bernsteinmädchen, dann bekommt man nur homöopathischen Hustensaft verabreicht. Der wirkt so mäßig. Wenn man über zwei ist, bekommt man schon das bessere Zeug, wirkt aber auch nur so mäßig, wenn es einen richtig erwischt hat. Wenn man es als Kind dann endlich geschafft hat einzuschlafen, dann ist Husten immer noch nervig, nämlich für die Eltern, die dadurch via Babyphone geweckt werden oder noch besser; gar nicht erst einschlafen können. Tja also, da kommt man schon ziemlich zügig zum Hauptproblem bei kranken Kindern – alle haben akuten und massiven Schlafmangel. Das schlägt auf die Laune und auf die Konzentration. Bei mir führt das dazu, dass ich den O-Saft im Tassenregal abgestellt habe (ich nehme an der sollte ins Kühlmöbel) und bei den  Kindern führt das dazu, dass jeder Versuch zu spielen, in Frust endet, weil eben irgendwie nichts gelingt.

Die Legolok fährt schief und kippt ständig um, die Puzzleteile passen nicht mehr, Bücher tun in den Augen weh und alles nervt. Die nun folgenden Tipps beziehen sich auf das große Jadekind, das kleine Mädchen schläft dann entsprechend viel und wird ansonsten in der Bauchtrage von mir durch die Weltgeschichte buxiert, damit es zufrieden bleibt.

Hier also meine Tipps:

  1. Bei Krankheit alle pädagogischen Grundsätze über Bord werfen und Fernseh schauen uneingeschränkt zu lassen. Also natürlich läuft dann hier kindgerechtes Fernsehen und auch nichts von den dämlichen Serien, aber es läuft der Fernseher. Dazu bau ich eigens ein Krankenlager vorm TV auf, in dem ich unkompliziert und permanent pflegend einwirken kann. Anfänglich hatte ich tatsächliche Gewissensbisse, aber es geht einfach nichts anderes und außerdem habe ich beim genaueren Nachdenken festgestellt, dass ich damit nur guten Traditionen folge. Bei mir damals war es genau so. Ich hab trotzdem eine Hochschule besucht und nach gar nicht so langer Zeit mit einem Staatsexamen verlassen. Versaut einem also nicht postwendend alles, so ne TV-unterstütze Therapie.  Zwischendurch geht die Glotze natürlich mal aus. Dann gucken wir was die Konzentration macht und wagen ein Spielchen, das geht auch ne Weile gut. Ich lass zu diesen Zeiten die Große das Tempo bestimmen und schalte das erzieherische Moment dabei komplett aus. Das führt dazu, dass die Zeit auch für mich entspannter ist, wir gehen uns nicht wegen Kleinigkeiten auf den Sack. Harmonie hilft beim gesund werden ungemein. So die These.
  2. Ein Inhalationsgerät mit Kochsalzlösung. Kein Scheiß, das hilft wirklich ungemein. Hersteller egal, Hauptsache es wird der discotypische Nebel produziert und die Kinder atmen es ein. Dreimal fünf Minuten am Tag helfen enorm.
  3. Ein Hoch auf den Nurofensaft in Geschmacksrichtung Erdbeer. Der ist wirklich super. Wirkstoff Ibuprofen. Den kann man sich auch mal getrost selbst einverleiben. Da fühlt man sich tatsächlich schlagartig besser. Ich hab immer noch Angst, dass man eines Tages herausfindet, dass dort illegale Substanzen verwendet wurden und man das Zeug wieder vom Markt nimmt. Für diesen Fall hab ich mich bereits bevorratet, der komplette Apothekerschrank ist voll davon. Die stellen uns hier eher den Strom ab, als das der Nurofensaft ausgeht.
  4. Ein allerletzter antichristilich anmutender pädagogischer Superskill: Kinder essen wenn sie krank sind schlecht. Das ist auch erstmal nicht so schlimm, dass können die ganz gut wegstecken. Was doof und gefährlich werden kann ist zu weniges Trinken. Deshalb pimpe ich den Tee (Milch ist natürlich unangefochtenes Lieblingsgetränk, führt aber bei Husten nur zu noch mehr Husten) mit großen (wirklich großen!) Mengen an Zucker, wahlweise Traubenzucker. Das ist nicht gut für die Zähne, führt aber immerhin zu einer energiereichen Flüssigkeitszufuhr. Außerdem gibt es dann gerne ne Runde Speiseeis für alle. Tut bei Halsschmerzen gut, hebt die Laune und ist ja auch fast flüssig.

 

Zusammenfassend lade ich Sie ein, die Situation nun zu visualisieren. Da liegt also ein verrotztes, hustendes und fieberndes Kind auf einer Matratze vor dem TV. Um es herum wabern Nebelschwaden aus dem Inhaltionsgerät, es gibt stark zuckerhaltige Getränke und Eis. Außerdem (vermutlich illegale!) Medikamente.

Das sind doch mal bärenstarke Tipps. Wenn Sie mich nicht hätten….