Wabi Sabi – so unperfekt wie das Leben

Eine richtige Übersetzung für Wabi Sabi gibt es nicht. Es ist ein altes japanisches Wort und spielt eine Rolle im Zen – Buddhismus. Erst seit ein paar Monaten beschäftige ich mich mit dem Meditieren, der damit verbundenen Achtsamkeit und der Entschleunigung des Alltags mehr.

Wie es dazu kam, erzähle ich demnächst mal ausführlich. Auslöser war „meine“ Woche ganz allein auf Rügen. Naja, ganz allein stimmt nicht, aber ohne Mann und Kinder.

Zurück zu Wabi Sabi. Es bedeutet, frei übersetzt, die Kunst das Schöne im Unperfekten zu sehen. Also den Blick auf das Ganze zu richten. Einen Schritt zurückzutreten, um zu erkennen, das Perfektion nicht das ist, wonach es sich zu streben lohnt, sondern dass das Leben, der Mensch und meinetwegen auch die Teetasse, die einen Sprung hat,  so schön sind wie sie eben sind. Jetzt. Denn nur so sind sie einzigartig und das macht sie so wertvoll.

Wabi Sabi feiert das Unperfekte.

Jede Kante, jeder Makel, jede Schramme und jede Narbe wird zum Schönen. Denn erst so wird alles einzigartig, erst so gerät man in den Fluss des Lebens, der ganz natürlich einem ständigen Wandel unterzogen ist.

Man tut gut daran mitzuschwimmen. Und man verschwendet Zeit beim Versuch eben jene anzuhalten, das Perfekte zu konservieren oder überhaupt erst herzustellen. Denn ist es erstmal da, ist erstmal alles perfekt, ist es auch schon wieder weg.

Wie gewonnen – so zerronnen.

Deal with it. So ist es nun mal: Alles im Leben ist ständig im Wandel, Wabi Sabi erinnert uns.

Wer Wabi Sabi lebt, der erkennt das Leben an so wie es ist. Der AKZEPTIERT. Und der weiß, dass unser Körper nur die Durchgangsstation zu was auch immer ist…wir werden ihn verlieren, wir werden zu dem Staub aus dem wir gekommen sind. Das ist das ewige Wechselspiel der Moleküle. AKZEPTIERE es. Schwimm mit! Sieh das Schöne daran und darin!

Wabi Sabi ist der beste Lehrer in Bezug auf AKZEPTANZ.

Warum kann das alles ein Gamechanger im eigenen Leben werden, besonders dann wenn man mit Kindern lebt?

Sieh genau hin: du bist ein Universum an Möglichkeiten, Talenten, Macken und Eigenarten.

Das bist du.

Du bist einzigartig.

Einzigartig schön.

Nur das ganze Paket macht dich komplett.

Dein ganzes Universum ist heilig.

Und genau das gleiche gilt auch für deine Kinder, deinen Mann und JA! auch für deine Schwiegermutter 🙂

Bei der nächsten Irritation, wenn ihr das nächste Mal wieder Unruhe und Hektik spürt, weil das Wohnzimmer nicht aufgeräumt ist, ihr noch nicht herbstlich dekoriert habt, der Garten noch nicht umgegraben ist, ihr unbedingt eine neue Hose braucht, weil die andere ein Loch habt, dann zieht die Wabi Sabi Brille an. Es ist alles schön um euch herum, ihr müsst es nur sehen.

Und viel wichtiger als bei materiellen Dingen wird Wabi Sabi wenn es um das Innere geht. Charaktere, Persönlichkeiten, Werte.

Aber wie komm ich auf Wabi Sabi?

Für mich ist es nicht nur eine Floskel, dass Selbstliebe bei einem selbst beginnt und erst von dort auf andere (zum Beispiel eure Kinder) übertragen werden kann. Das ist eine simple Wahrheit. Etwas woran ich glaube.

Seit meiner Schwangerschaft habe ich ziemlich starke Pigmentflecken im Gesicht. Bei ungünstigem Lichteinfall sehe ich aus wie Indianerhäuptling Lederstrumpf. Ich kann mich nicht leiden mit diesen Flecken. Die gehören nicht zu mir und sind trotzdem da… Ich könnte jetzt hier natürlich auch ein tolles Beauty Tutorial schreiben, welche Cremes wirken und wie oft ich das Gesicht mit Peeling behandel. Ich könnte durchdrehen weil das WEG muss. Oder:

Ich versuche es mit Akzeptanz.

Mein Beauty Programm heißt Wabi Sabi. Die Flecken gehören JETZT zu mir, sie sind meine Makel.

UND genau so, was noch viel wichtiger ist, werde ich ab sofort auch meine charakterlichen Baustellen angehen.

Ich steig aus dem Perfektionszug aus. Ich feier  nun auch meine Macken.

Und weil es so schön ist, hier das passende, wunderschöne Gedicht von Ariana Reines:

‚Come to me whole, with your flaws, your scars and everything you consider imperfect. 
Then let me show you what I see.
I see galaxies in your eyes and fire in your hair. 
I see journeys in your palms and adventure waiting in your smile.
I see what you cannot:
You are absolutely, maddeningly, irrevocably perfect.‘

 

Erzählt ihr mir von euren Schönheiten?

 

Erziehen ist out

Das Wort ERZIEHEN mag ich nicht. Es hat etwas Gewalttätiges in sich. Das klingt abgefahren und kleinkariert? Ist es vielleicht auch.

Mindestens bringt es die Aufforderung mit sich, etwas tun zu müssen. Da schwingt doch eine Bringschuld mit. Wem gegenüber denn eigentlich?

Außerdem schwingt die Tatsache mit, dass man richtig und falsch erziehen kann. Natürlich gibt es gelungene und nicht gelungene Versuche von Eltern ihre Kinder zu wertvollen Teilhabern  der Gesellschaft zu machen. Aber dass muss man  nicht so auf- und ausdrücken. Das macht Stress und das ist der schlechteste Start ins Elterndasein den es gibt.
Das Leben mit Kindern, und alle Aufgaben die damit verbunden sind, darf nicht zur Pflicht und zur Prüfung werden. Die einzigen Personen, die innerhalb dieser wenigen Jahre, in denen die Kinder klein und bedürftig sind, zählen, sind Sie selbst und die Kinder. Der Rest hat einfach mal nichts zu melden.

Gibt es denn eine griffige Alternative für das Wort ERZIEHEN? Gar nicht so einfach, aber machen Sie mal bitte folgendes Gedankenexperiment; ersetzen Sie ERZIEHEN, wo immer es vorkommt durch GEmeinsam erLEBEN. Und daraus machen wir jetzt ganz übertrieben die pfiffige Wortneuschöpfung GELEBEN. Das klingt holprig, aber darum geht es im Moment gar nicht. Es geht um das, was damit im Kopf passiert.

„Ich möchte mein Kind zu einem ordentlichen Menschen erziehen.“ -> „Ich möchte  mit meinem Kind Ordnung gemeinsam erleben.“

„Ich möchte mein Kind zu einem guten Freund für andere erziehen.“ -> „Ich werde mit meinem Kind gemeinsam erleben, was es bedeutet ein guter Freund zu sein.“  UND SO WEITER UND SO FORT.

Ist es nicht so, dass dann der Gedanke ans GELEBEN eine völlig andere Kaskade von Assoziationen  auslöst? Ist da nicht viel mehr Harmonie und Ruhe und Zuversicht? Weniger Druck und Angst das Falsche zu tun? Ist da nicht mehr Vertrauen in den natürlichen Lauf der Dinge?

Einfach man selbst sein und so leben, wie man möchte, dass das eigene Kind leben wird.  Das wäre doch wunderbar. Das schraubt die Achtsamkeit für das eigene Leben plötzlich auf ein ganz anderes Level. Man wäre dann wohl sehr viel sorgsamer in seinem Handeln und Tun, wenn das eigene LEBEN plötzlich der Maßstab der „Erziehung“ wäre. Was irgendwelche Erziehungsratgeber, Omas, Tanten, Passanten meinen oder tun ist noch nicht mal mehr zweitrangig, sondern fliegt komplett aus der Liste der Wichtigkeiten. Und vor allen Dingen:

MAN WÜRDE SEINEN KINDERN NICHT IRGENDWELCHE VERSCHISSENEN LEBENSREGELN VORGAUKELN AN DIE MAN SICH SELBST NICHT HÄLT.

Natürlich darf man länger fernsehen, wenn man erwachsen ist, Alkohol trinken, Auto fahren und so weiter. Dabei handelt es sich um Rechte und Pflichten, die a priori mit dem Alter entstehen. Dafür müssen Sie eben auch arbeiten, einkaufen und den Müll rausbringen.

Mir geht es um Haltungen.

Ich meine Sachen wie Respekt vor dem Gegenüber und dem Leben im Allgemeinen, Achtsamkeit im Umgang mit Ressourcen, Verantwortungsbewusstsein gegenüber Schwächeren, Hilfsbereitschaft, Zivilcourage, Freundlichkeit, sich Zeit nehmen für die wichtigen Dinge, den Moment genießen, sich fokussieren zu können, seinen Körper achten und pflegen und gesund ernähren und noch ganz vieles mehr.

Zum besseren Verständnis hier einige Beispiele im Stil von „Du möchtest nicht, dass dein Kind…., DANN…“

  • Du möchtest nicht, dass dein Kind nur Süßigkeiten und ungesundes Zeugs isst, dann fang an DICH gesund zu ernähren und streiche deine Süßigkeiten vom Plan. Wenn du das nicht kannst; teile mit deinem Kind und leb damit!
  • Du möchtest nicht, dass dein Kind einen motzigen Befehlston drauf hat sobald es nicht bekommt was es möchte, dann schalte mal den Achtsamkeitsmotor an und erteile DEINE Anweisungen an dein Kind, auch wenn du müde, durstig tralala bist in einem freundlichen Ton.
  • Du möchtest nicht, dass dein Kind sich bei jeder Gelegenheit vordrängelt, sich über andere stellt und sie versucht zu beherrschen, dann warte doch selbst mal beim Bäcker, beim Konzert, an der Bushaltestelle bis alle anderen drin sind und geh dann. Sei verdammt nochmal höflich und tue nicht immer so pikiert, wenn dein Kind drängelt, nur weil es dir dann plötzlich peinlich ist.
  • Du möchtest, dass dein Kind anderen Kindern hilft wenn sie in Not sind, dann geh nicht vorbei, wenn der Oma im Supermarkt die Milch runterfällt.
  • Du möchtest nicht, dass sich dein Kind futterneidisch den ganzen Teller vollschaufelt und die Hälfte weggeworfen wird, dann beobachte dich mal beim nächsten Buffet.

Das ließe sich endlos so fortsetzen, aber ich denke Sie haben den Dreh. Vor der eigenen Haustür kehren ist das neue ERZIEHEN, was red‘ ich, das neue GELEBEN.

Ich gelebe mein Kind. Herrlich, wenn es so da steht, könnte man meinen ich wollte „ich gelobe mein Kind“ schreiben. Das wäre gar nicht so schlecht. Ich gelobe feierlich, ich mach es so gut ich kann, du machst es so gut du kannst und zusammen werden wir besser und besser und stärker und stärker.

Ach ja, die Sache mit dem Haken…da war ja was…diese Methode setzt natürlich voraus, dass Sie selbst ein wichtiger Teil der Gesellschaft sind, dass sie integer und sozial sind, selbstbewusst und achtsam. Dass Sie sich disziplinieren können, Ordnung halten, Freude am Lernen haben, ihren Körper und Geist schätzen und pflegen, bereit sind an ihre Grenzen zu gehen, materielle Dinge unwichtig sind, sie erkannt haben was im Leben wirklich zählt. Die Sache mit dem Haken eben.

Wenn Sie das alles nicht sind, aber gerne hätten dass das auf ihr Kind zutrifft. Vergessen Sie es!  Machen Sie sich keinen Stress mehr, sie werden scheitern. Ihr Kind lässt sich nicht austricksen, es kennt die hier beschrieben Methode schon lange.

Was das Schlimmste ist was Ihnen passieren kann? Ihr Kind erfährt eines Tages durch andere Menschen, worum es hier wirklich geht, ändert sich und schafft es dann Ihr Verhalten auf einer distanzierten, reflektorischen Ebene zu durchleuchten. Dann sind sie im Arsch.

Weil man ja nicht so negativ enden soll, hier ein wertvolles P.S.:

Eva Kessler, eine Paar- und Erziehungsberaterin benutzt anstelle des Wortes ERZIEHEN, das Wort POSITIONIEREN. Damit meint sie, das Kind gut in der Welt zu verankern. Ihm seine Position, zum Beispiel im ´Gegensatz zu seinen Geschwistern, zu zeigen. Dies vermittelt dem Kind Halt und Sicherheit, so dass eine gesunde Identitätsbildung möglich wird. Mehr dazu kann man in ihrem wirklich sehr empfehlenswerten Buch „Die Kunst, liebevoll zu erziehen“ erfahren.

Ein Hoch auf uns

So. Nun ist das auch passiert. Ist halt so, wenn man zwei Sommerkinder hat. Da überschlagen sich hier schon mal die Geburtstagskuchen!

Die kleine oh, entschuldige – große Jade ist nun 4! (Wer hier noch ‚klein‘ sagt, wird vom Jadekind sofort zurechtgewiesen!)
Damit bin ich am Beginn des fünften Lehrjahres „Mutter sein“. Das ist ja ein berufsbegleitendes Studium mit strengen Teilnahmebedingungen. Man muss ein Kind bekommen (als Mann: bekommen lassen) und dann dieses Kind mit nach Hause nehmen und erst in 18-22 Jahren wieder ausziehen lassen.
Wer das nicht hat/macht/kann/will, der ist raus. Der fliegt. Ende aus – Mickey Maus.
Die längste Ausbildung die ich kenne; nervenaufreibend, schlaflos, kräftezehrend, karrierehindernd, beziehungsprüfend und und und….
Teilweise mit Durststrecken wie in der Sahelzone. …so zäh wie eingetrocknete Löffelbiskuits…es gibt Tage, die gehen einfach nicht zu Ende.
Aber DANN, dann kommen sie. Meistens plötzlich, unvorbereitet und wunderbar. Die Highlights, die Oasen, ein Gefühl von nur Sein. Was ganz Tiefes, Atem-beraubendes.
Ein Geburtstag mit leuchtenden Kinderaugen zählt dazu, wobei DER natürlich nicht wirklich plötzlich kommt, aber das heißt noch lange nicht, dass er wunderbar wird, das hab ich auch schon anders erlebt.

Jade, du bist wunderbar, du bist der Beginn von etwas ganz Großem ( ja, du bist groß! ) gewesen und bist es noch. Von meiner / unserer Reise als Eltern. Einer Ausbildung in der es erklärtes Ziel ist sich selbst zu finden; zu werden, der man ist. Und du mein Kind bist der Lehrmeister. Nicht ich. Du zeigst den Weg und du produzierst die Widerstände. Und das ist gut so, denn nur so kann man wachsen.
Du bist der witzigste, schönste, ehrlichste kleine (entschuldige!) Mensch, den ich kenne. Du bist genau so gut wie du bist. Danke dafür und für jeden Tag mit dir!
Ein Hoch auf uns!

Ein Traum von Strandtaufe

„Sei mutig und entschlossen und verliere nie den Mut, denn ich bin bei dir, wohin du auch gehst.“
„Niemals werde ich dir meine Hilfe entziehen, nie dich im Stich lassen, was immer du tust “
„Mein Wunsch an dich: Werde, der du bist!“

Drei starke Sprüche für drei starke Kinder, für dreimal volles Leben mit Höhen und Tiefen, Schönem und Traurigem. Leben volle Breitseite – in jeder Hinsicht.

Im Juli haben wir unser drittes Kind taufen lassen, wieder am Strand, wieder in der Ostsee.
Warum eigentlich taufen und warum eigentlich glauben?
Weil wir es so sehen : jeder Erwachsene kann selbst für sich entscheiden, ob er den Glauben oder sogar den christlichen Glauben in seinem Leben braucht.
Als Kind selbst zum Glauben zu finden ist meiner Meinung nach sehr viel schwieriger, als sich später davon loszusagen.
Wir wollen unseren Kindern die Idee von etwas Höherem, von mehr als dem was man sehen und begreifen kann mitgeben. Etwas was einem Halt geben kann, wenn es keinen Halt mehr gibt.
Das muss natürlich nicht Gott sein, im Prinzip ist Gott nur der Stellvertreter für eine höhere Macht in mir selbst. Für den Glauben an mich, auch wenn es mal dunkel, finster und trostlos wird.
Ich glaube als Kind hilft die Vorstellung des Göttlichen, Übermenschlichen beim Entwickeln des eigenen starken Ichs, denn diese Vorstellung spendet aus kindlicher Sicht ungeheuer viel Geborgenheit und Sicherheit.
Deshalb sind unsere drei Kinder getauft. Deshalb haben sie alle Taufsprüche mit auf den Weg bekommen, die vor Kraft nur so strotzen. Damit sie sich selbst entfalten können, im Glauben an etwas Großes und sei es auch jetzt noch so klein….

Das andere ich

Ich hab hier ja schon immer wieder über mich gesprochen, aber es ging dabei hauptsächlich um mich in meiner Rolle als Mutter. Wie ich denke über Erziehung, Kinder, Gesellschaft und so weiter.

Aber es gibt auch noch ein anderes „Ich“ –  eines das vor den Geburten meiner Kinder ganz ausgeprägt war und sich langsam wieder einen Teil meines Lebens zurückerobert: Sport, genauer gesagt Kraftsport.

Ich habe da eine ausgeprägte Leidenschaft und bin froh, dass ich ihr wieder etwas mehr frönen darf. Nichts entspannt mich für den Moment, aber auch danach, so sehr wie der Kontakt mit einer Langhantel 🙂 Aber auch kurze Einheiten mit der Kettlebell gehören mittlerweile für mich dazu.

Kraftsport hat mir außerdem geholfen meine „Form“ auch während den Schwangerschaften einigermaßen zu halten, beziehungsweise danach relativ schnell wieder in Form zu kommen. Das sogenannte Muskelgedächtnis wäre sicherlich nicht so ausgeprägt gewesen, wenn ich mich auf ZUMBA konzentriert hätte. Ich glaube daran, dass es Widerstand bedarf um einen Körper zu fordern und zu formen. Natürlich, um beim Beispiel zu bleiben, ist ZUMBA nett fürs Herz/Kreislaufsystem und für die gute Laune bestimmt auch (und das sollte man nie unterschätzen!!!), ABER zum Muskelaufbau gibt es sehr viel effektivere Methoden.

 

Naja, lange Rede, kurzer Sinn: So sehe ich aktuell aus. Für eine dreifache Mutter ist das jetzt nicht sooooo schlecht. Oder? Ich gehe aktuell circa dreimal pro Woche trainieren. Es macht wieder Riesenspaß und NICHTS hat so einen positiven Einfluss darauf, zu mir selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen, Zufriedenheit zu spüren und ich selbst zu sein. Das kommt natürlich auch den Kindern und der ganzen Familie zu Gute.

Gerne erzähl ich hier bald mal mehr über mein Training – neben den spannenden Themen rund um Erziehung und Co.

Owei – schon 2!

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Zwei Jahre bist du nun alt. Ich gratuliere dir von Herzen mein kleiner Bernstein.
Zwei Jahre sind für dich dein ganzes Leben. Für mich nur 1/19 meines Lebens. Und trotzdem wiegt meine Welt seit du da bist schwerer und voller, ist erfüllter und strahlender.
Gerade dein erstes Jahr war für mich eine ziemliche Krise. Aber ich durfte so viel mit dir lernen – über mich, über dich, über den Wandel der Zeit und den Kern des Seins.
Danke, dass du mir hilfst zu wachsen. Dasselbe werde ich für dich tun.
Auf ein tiefes neues Jahr, kleine Amber!

Rutschauto für Surf Girls

Hier mal eine Kaufempfehlung.  Dieses tolle Rutschauto bekam das Bernsteinmädchen zum zweiten Geburtstag von ihren lieben Pateneltern. Es stammt von der Firma italtrike. Wir haben ja auch schon die üblichen Bobbycars, aber dieser tolle Bulli wird hier heiß geliebt. Ist auch nicht verwunderlich, denn er ist ectrem wendig, leichtgängig, leise und auch beim Quatschmachen kippsicher!

Außerdem hat er noch ne supercoole Verstaumöglichkeit in seinem Sitz.

Also von daher mal eine sehr seltene Kaufempfehlung von mir! Das ist wirklich top das Teil!15002679910421703664340.jpg

 

Kinder als Herausforderung?  Ja klar…aber eine an der man versucht nicht kaputt zu gehen, das ist klar. Wird doch überall wo man Kinder sieht gleichermaßen gestöhnt- anstrengend sei das und so auslaugend und für einen selbst kommt nichts dabei rum, außer Selbstaufgabe natürlich und berufliche Einbußen, vom finanziellen Desaster ganz zu schweigen.

Aber was, wenn Erziehung von und Leben mit Kindern für jemanden mehr bedeutet, wenn man erkennt, dass darin eine sehr große Chance liegt, gerade was die persönliche Weiterentwicklung,  das Schärfen von Geist, Seele und ja (!) auch Körper liegt?

Betrachten sie das unten stehende Zitat (aus: Jesper Juul, Jahreskalender 2017, Kösel Verlag)
1499928450250-2104196551.jpgDa fällt immerhin schon mal das Wort „spannend“ und das ist in diesem Fall, denke ich, positiv gemeint.  Mit solch einer Meinung steht man trotz solch hübscher Zitate meist alleine da, ziemlich alleine auf ziemlich weiter Flur. Das ist überhaupt nicht ‚in‘.

Kinder, ja klar, die muss man haben, aber die sollen doch bitte recht schnell groß werden, und nicht so laut sein, nicht so viel kaputt machen, nicht so viel stören, nicht so auf die Nerven gehen, gut erzogen sein, möglichst von Anfang an, lieb und angepasst, sozial, aber trotzdem selbstbewusst usw usw…

Nur sehr wenige Eltern leben tatsächlich nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ und be- und ergreifen die Chance, die das Leben mit Kindern FÜR SIE ALS PERSON bereit hält.

Ich appelliere genau dafür.  Nicht höher, schneller, weiter zu wollen in der Kindererziehung, sondern den FLOW zu finden und mit ihm zu gehen.  Im Hier und Jetzt.  Es gibt nichts Schöneres für ein Kind, als Eltern, die es so sehen wie es JETZT GERADE ist.

Und es gibt keine bessere Gelegenheit für Eltern genau das zu üben und zu verinnerlichen aus Liebe zu sich selbst und zum Kind. Weil man so etwas begreifen kann vom Wandel der Zeit und der Tiefe des SEINS.

Feine Nase

Wie oft sollte man so kleine Kinder eigentlich waschen?  Steht das irgendwo? Verbreitet ist ja ein Waschtag in der Woche.  Aber wenn das nicht reicht, wegen Sonne, Sonnenmilch, Sand und Gras?

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Ja, dann nach Bedarf!

Aber nach Bedarf hatte ich nicht geschafft neulich….und dann war das und dann das. Kurzum irgendwann waren die Kinder unaufschiebbar schmutzig, so dass ich sie sogar VOR dem Mittagsschlaf gewaschen habe.

Da liegt dann die Große im Bett, während ich dem Baby die Flasche gebe, und ich höre sie folgendes Selbstgespräch führen:

„OH, was riecht hier so gut?“

-Pause-

„Ah, das sind meine Haare!“

No words needed.

Da wusste ich, das war wirklich allerhöchste Eisenbahn mit dem Sauber machen.

 

 

Wo leben wir eigentlich?

Ich hab es ja immer ein bisschen für einen Witz gehalten. Naja, dieses altmodische Denken, das manche Familie ja doch noch sehr im alten Rollendenken festhängt. Das die Moderne und die echte Gleichberechtigung noch nicht in den Köpfen angekommen ist.

Aber nun, in meinem vierten Ausbildungsjahr als Mutter – und das mittlerweile dreifach, da dämmert es mir allmählich.  Das ist kein partielles Festhängen einzelner Familien, Männer, Frauen, Oma, Opas usw…nein. Die ganze Gesellschaft hat da nen ernstzunehmendes Problem.  Denn, Überraschung (!), wir schreiben nicht das Jahr 1955, auch nicht 1971 oder vielleicht ’93…nein, es ist 2017 und trotzdem ist das hier eine ganz normale Geschichte:

Ein dreifacher Vater (mein Mann) nimmt Urlaub, um seiner Frau (mir) eine Woche Auszeit zu gönnen. Das wurfe vorher besprochen und war für beide selbstverständlich. Diese Frau hat sich bewusst dazu entschieden, sich, solange es finanziell möglich ist nur den Kindern zu widmen, den Beruf auf Eis zu legen, nicht weil sie es muss,  sondern weil sie das möchte.

Derselbe Mann ist berufsbedingt oft mehrere Tage am Stück unterwegs, teilweise sehr spontan ohne Planungssicherheit für die Familie. Außerdem war er erst im März diesen Jahres für 3 Wochen, ebenfalls berufsbedingt, unterwegs.

Was passiert, liebe Leser? Egal wohin der Mann sich auch in dieser einen Woche bewegt, überall raunt und staunt es: „Was? Deine Frau lässt die Kinder allein? “ (Nein, die sind ja beim Mann… ) / „Haha, das muss ich meinem Mann auch mal vorschlagen, der lacht sich kaputt!“ (Ist ja auch witzig…)/ „Ist das nicht schade um deinen Urlaub?“ usw usw

Ist das zu glauben?  Hat es umgekehrt, bei Abwesenheit des Mannes auch nur einen einzigen so gearteten Kommentar gegenüber der Frau gegeben?…Ich muss das nicht beantworten, sie kennen die Antwort bereits…

Ganz ehrlich das ist doch peinlich.  Diese eine Woche Urlaub hat so viel für mich bedeutet, war und ist so wertvoll für uns alle. Meine Gelassenheit im Umgang mit den Kindern und meine Zuversicht, dass unser Zuhause, die Kinder genau der Ort ist an dem ich sein will, meine Energie hineinstecken will, ist noch mehr gestiegen.  Uns allen tut das gut. Uns ist das klar. Aber was ist los mit den Leuten, mit der Gesellschaft, wo soll das hin? Kinder lernen vor allem am Beispiel, an dem was sie vorgelebt bekommen.  Soll das ewig so weitergetragen werden?  Ist es nicht an der Zeit die Generationenkette mal zu unterbrechen?

Natürlich gab es auch positive Reaktionen, aber die erreichten mich eher hinter vorgehaltener Hand. So als würde man einen Ökoaktivisten, der sich nicht an die Regel hält um seinen höheren Werte und Prinzipien treu zu bleiben, heimlich auf die Schultern klopfen  („Toll, dass ihr die Versuchstiere befreit habt, das müssten viel mehr Menschen tun. ..“).

Ich find das erstaunlich und traurig.  Hält man die Augen und Ohren auf, ist das Umfeld voll von solchen (und noch viel schlimmeren) Geschichten. Frauen, die für und mit den Kindern zu Hause sind und die Heizung nicht einschalten  dürfen, weil es ja warm genug sei. Das entscheidet natürlich der Mann, der gleichzeitig 10 Stunden am Tag im warmen Büro verbringt, während sie friert. Frauen, die sich ein Taschengeld auszahlen lassen, wie damals von Papi, weil sie mit der Entscheidung für Kinder ihr Einkommen verloren haben und ihre „Freiheit“ darin besteht sich alle 3 Wochen mit dem Taschengeld neue Nägel machen zu lassen.

Das ließe sich noch ewig fortsetzen….

Ich ende indem ich die Überschrift beantworte: Wir leben im Jahr 2017 Freunde, 2017….