Owei – schon 2!

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Zwei Jahre bist du nun alt. Ich gratuliere dir von Herzen mein kleiner Bernstein.
Zwei Jahre sind für dich dein ganzes Leben. Für mich nur 1/19 meines Lebens. Und trotzdem wiegt meine Welt seit du da bist schwerer und voller, ist erfüllter und strahlender.
Gerade dein erstes Jahr war für mich eine ziemliche Krise. Aber ich durfte so viel mit dir lernen – über mich, über dich, über den Wandel der Zeit und den Kern des Seins.
Danke, dass du mir hilfst zu wachsen. Dasselbe werde ich für dich tun.
Auf ein tiefes neues Jahr, kleine Amber!

Rutschauto für Surf Girls

Hier mal eine Kaufempfehlung.  Dieses tolle Rutschauto bekam das Bernsteinmädchen zum zweiten Geburtstag von ihren lieben Pateneltern. Es stammt von der Firma italtrike. Wir haben ja auch schon die üblichen Bobbycars, aber dieser tolle Bulli wird hier heiß geliebt. Ist auch nicht verwunderlich, denn er ist ectrem wendig, leichtgängig, leise und auch beim Quatschmachen kippsicher!

Außerdem hat er noch ne supercoole Verstaumöglichkeit in seinem Sitz.

Also von daher mal eine sehr seltene Kaufempfehlung von mir! Das ist wirklich top das Teil!15002679910421703664340.jpg

 

Kinder als Herausforderung?  Ja klar…aber eine an der man versucht nicht kaputt zu gehen, das ist klar. Wird doch überall wo man Kinder sieht gleichermaßen gestöhnt- anstrengend sei das und so auslaugend und für einen selbst kommt nichts dabei rum, außer Selbstaufgabe natürlich und berufliche Einbußen, vom finanziellen Desaster ganz zu schweigen.

Aber was, wenn Erziehung von und Leben mit Kindern für jemanden mehr bedeutet, wenn man erkennt, dass darin eine sehr große Chance liegt, gerade was die persönliche Weiterentwicklung,  das Schärfen von Geist, Seele und ja (!) auch Körper liegt?

Betrachten sie das unten stehende Zitat (aus: Jesper Juul, Jahreskalender 2017, Kösel Verlag)
1499928450250-2104196551.jpgDa fällt immerhin schon mal das Wort „spannend“ und das ist in diesem Fall, denke ich, positiv gemeint.  Mit solch einer Meinung steht man trotz solch hübscher Zitate meist alleine da, ziemlich alleine auf ziemlich weiter Flur. Das ist überhaupt nicht ‚in‘.

Kinder, ja klar, die muss man haben, aber die sollen doch bitte recht schnell groß werden, und nicht so laut sein, nicht so viel kaputt machen, nicht so viel stören, nicht so auf die Nerven gehen, gut erzogen sein, möglichst von Anfang an, lieb und angepasst, sozial, aber trotzdem selbstbewusst usw usw…

Nur sehr wenige Eltern leben tatsächlich nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ und be- und ergreifen die Chance, die das Leben mit Kindern FÜR SIE ALS PERSON bereit hält.

Ich appelliere genau dafür.  Nicht höher, schneller, weiter zu wollen in der Kindererziehung, sondern den FLOW zu finden und mit ihm zu gehen.  Im Hier und Jetzt.  Es gibt nichts Schöneres für ein Kind, als Eltern, die es so sehen wie es JETZT GERADE ist.

Und es gibt keine bessere Gelegenheit für Eltern genau das zu üben und zu verinnerlichen aus Liebe zu sich selbst und zum Kind. Weil man so etwas begreifen kann vom Wandel der Zeit und der Tiefe des SEINS.

Feine Nase

Wie oft sollte man so kleine Kinder eigentlich waschen?  Steht das irgendwo? Verbreitet ist ja ein Waschtag in der Woche.  Aber wenn das nicht reicht, wegen Sonne, Sonnenmilch, Sand und Gras?

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Ja, dann nach Bedarf!

Aber nach Bedarf hatte ich nicht geschafft neulich….und dann war das und dann das. Kurzum irgendwann waren die Kinder unaufschiebbar schmutzig, so dass ich sie sogar VOR dem Mittagsschlaf gewaschen habe.

Da liegt dann die Große im Bett, während ich dem Baby die Flasche gebe, und ich höre sie folgendes Selbstgespräch führen:

„OH, was riecht hier so gut?“

-Pause-

„Ah, das sind meine Haare!“

No words needed.

Da wusste ich, das war wirklich allerhöchste Eisenbahn mit dem Sauber machen.

 

 

Wo leben wir eigentlich?

Ich hab es ja immer ein bisschen für einen Witz gehalten. Naja, dieses altmodische Denken, das manche Familie ja doch noch sehr im alten Rollendenken festhängt. Das die Moderne und die echte Gleichberechtigung noch nicht in den Köpfen angekommen ist.

Aber nun, in meinem vierten Ausbildungsjahr als Mutter – und das mittlerweile dreifach, da dämmert es mir allmählich.  Das ist kein partielles Festhängen einzelner Familien, Männer, Frauen, Oma, Opas usw…nein. Die ganze Gesellschaft hat da nen ernstzunehmendes Problem.  Denn, Überraschung (!), wir schreiben nicht das Jahr 1955, auch nicht 1971 oder vielleicht ’93…nein, es ist 2017 und trotzdem ist das hier eine ganz normale Geschichte:

Ein dreifacher Vater (mein Mann) nimmt Urlaub, um seiner Frau (mir) eine Woche Auszeit zu gönnen. Das wurfe vorher besprochen und war für beide selbstverständlich. Diese Frau hat sich bewusst dazu entschieden, sich, solange es finanziell möglich ist nur den Kindern zu widmen, den Beruf auf Eis zu legen, nicht weil sie es muss,  sondern weil sie das möchte.

Derselbe Mann ist berufsbedingt oft mehrere Tage am Stück unterwegs, teilweise sehr spontan ohne Planungssicherheit für die Familie. Außerdem war er erst im März diesen Jahres für 3 Wochen, ebenfalls berufsbedingt, unterwegs.

Was passiert, liebe Leser? Egal wohin der Mann sich auch in dieser einen Woche bewegt, überall raunt und staunt es: „Was? Deine Frau lässt die Kinder allein? “ (Nein, die sind ja beim Mann… ) / „Haha, das muss ich meinem Mann auch mal vorschlagen, der lacht sich kaputt!“ (Ist ja auch witzig…)/ „Ist das nicht schade um deinen Urlaub?“ usw usw

Ist das zu glauben?  Hat es umgekehrt, bei Abwesenheit des Mannes auch nur einen einzigen so gearteten Kommentar gegenüber der Frau gegeben?…Ich muss das nicht beantworten, sie kennen die Antwort bereits…

Ganz ehrlich das ist doch peinlich.  Diese eine Woche Urlaub hat so viel für mich bedeutet, war und ist so wertvoll für uns alle. Meine Gelassenheit im Umgang mit den Kindern und meine Zuversicht, dass unser Zuhause, die Kinder genau der Ort ist an dem ich sein will, meine Energie hineinstecken will, ist noch mehr gestiegen.  Uns allen tut das gut. Uns ist das klar. Aber was ist los mit den Leuten, mit der Gesellschaft, wo soll das hin? Kinder lernen vor allem am Beispiel, an dem was sie vorgelebt bekommen.  Soll das ewig so weitergetragen werden?  Ist es nicht an der Zeit die Generationenkette mal zu unterbrechen?

Natürlich gab es auch positive Reaktionen, aber die erreichten mich eher hinter vorgehaltener Hand. So als würde man einen Ökoaktivisten, der sich nicht an die Regel hält um seinen höheren Werte und Prinzipien treu zu bleiben, heimlich auf die Schultern klopfen  („Toll, dass ihr die Versuchstiere befreit habt, das müssten viel mehr Menschen tun. ..“).

Ich find das erstaunlich und traurig.  Hält man die Augen und Ohren auf, ist das Umfeld voll von solchen (und noch viel schlimmeren) Geschichten. Frauen, die für und mit den Kindern zu Hause sind und die Heizung nicht einschalten  dürfen, weil es ja warm genug sei. Das entscheidet natürlich der Mann, der gleichzeitig 10 Stunden am Tag im warmen Büro verbringt, während sie friert. Frauen, die sich ein Taschengeld auszahlen lassen, wie damals von Papi, weil sie mit der Entscheidung für Kinder ihr Einkommen verloren haben und ihre „Freiheit“ darin besteht sich alle 3 Wochen mit dem Taschengeld neue Nägel machen zu lassen.

Das ließe sich noch ewig fortsetzen….

Ich ende indem ich die Überschrift beantworte: Wir leben im Jahr 2017 Freunde, 2017….