Das erste Mal andersrum

Gestern ist es dann passiert, das Jadekind geht ja seit Ende letzten Jahres an zwei Tagen die Woche zu einer Tagesmutter. Vormittags und für eine ganz gemütliche Zeitspanne. Am Anfang war es eine halbe Stunde, dann eine ganze und die Höchstleistung liegt bei drei Stunden. Mit dabei sind immer 1-2 andere Kinder. Ich glaube in der pädagogischen Fachsprache nennt man das Loslösegruppe. Beim Loslösen hat sich das Kind dabei an den ganz normalen Rhythmus von Kleinkindern innerhalb dieses Prozesses gehalten. Erst war die Zeit dort spannend und heiß geliebt, dann kam eine Phase in der es gar nicht hin wollte und ich nochmal wie zu Beginn mit rein musste, dann lief es ganz normal und in den letzten 2 Wochen lief es gar nicht. Das lag aber daran, dass wir hier alle mit einer fiesen Virusinfektion flach lagen und an ausserhäusige Veranstaltungen nicht zu denken war. Also war gestern der Tag, an dem das Jademädchen wieder mal zu „Bekka“ ging, ich hatte so ein bisschen meine Bedenken, waren wir doch länger nicht da, ob es eventuell wieder einen Rückfall in Richtung „Mama, pomm mit!“ geben könnte, aber Pustekuchen. Ganz freudestrahlend begab sich das gar nicht mehr so kleine Kind auf den Weg zur Haustür, selbstredend trug sie ihre Tasche selbst, drückte dann  beherzt  auf die Klingel, kurz danach mir einen Kuss auf den Mund und sagte „Tschüss Mama, Wiedersehn!“. Ja, soweit so gut. Als ich dann zwei Stunden später das Kind einsammeln wollte passierte etwas Neues im Rhythmus des Loslösens, sie wollte nämlich da bleiben, „bei Bekka bleiben“, und nicht mit nach Hause. Das Jadekind fing sogar an zu weinen und stampfte mit den Füßen. Da war ich perplex. Was ich gar nicht war, ist gekränkt oder verletzt. Das hört man ja immer wieder, dass es diese Gefühle bei Müttern dann geben soll. Aber diese Anwandlung hatte ich nicht eine Sekunde. Eher im Gegenteil, sofort nach dem ich das Perplexe überwunden hatte, war ich ein klein bisschen stolz und (jadasgebichzu) auch etwas amüsiert. Wie es dort stand das Kind und seinen Wunsch äußerte und es geschafft hatte sich so sehr ins Spiel zu vertiefen, dass ich einfach ungelegen kam. Es war das erste Mal andersrum. Und es war schön.

Autor:

Jahrgang 79. Verheiratet. 3 Kinder. 1 Hund. Ich habe zu bloggen begonnen, weil ich selbst gerne in Blogs stöbere. Toll wäre wenn man tatsächlich ins Gespräch über Familie, Kinder, Erziehung, ...mit euch kommen könnte. Ansonsten benutze ich den Blog als eine Art "Notiz an mich selbst" und mache das ganz einfach aus Spaß!

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