Und plötzlich hab ich gedacht „Brauchst du gar nicht…den Mantel von der Melli „

Alles Quatsch. Mal runterkommen. Mal durchatmen. Mal neu fokussieren.  Heute ist es passiert.  Die Melli kenn ich von den Musikzwergen. Ihr Sohn und meine Tochter machen einmal die Woche zusammen Musik. Also mehr oder weniger.  Wir Mamas sitzen im Kreis, singen mit ungeübten Stimmen viel zu hohe Kinderlieder und freuen uns, wenn die Kleinen da auch nur ansatzweise mitmachen.  Mütter eben. Jedenfalls war die Melli mit mir parallel schwanger (also jetztmit unseren zweiten Kindern) und nun ist es so; die ist immer ganz nah dran an perfekt. Die Klamotten passen immer zusammen  (und sind immer sauber!), die Frisur sitzt, das Auto ist gewaschen, das Kind ist durchgestylt und hübsch ist sie auch noch. Und heute, während ich im Auto saß und fuhr ( so 40km/h) ,  da bemerkte ich einen tollen Mantel.  Der war gewagt, nämlich blau mit weißen Punkten und nem tollen Schnitt.  Der spazierte da am Wegesrand. Sah so nach teurer Hamburger Individualistenmarke aus, DERBE, oder so. Naja und beim zweiten Hingucken. Wer steckt drin im Mantel?  Sie ahnen es: die Melli! Ja hab ich gedacht, das war ja klar, wer sonst. Und dann bin ich im Kopf meine Garderobe durchgegangen und hab gedacht;  so nen mutiger, cooler Mantel, der fehlt dir aber noch. Und es war so ein bisschen wie in der Werbung, als hätte der Mantel mit einem Versprechen gewunken, dass alles ganz leicht von der Hand geht (mit zwei Kindern und so) und auf Schlag glücklich und zufrieden macht er auch.

Das war ja heute vormittag.  Und irgendwie hab ich im Laufe des Tages immer wieder dran denken müssen.  Ich bin per se kein neidischer Mensch. Also sollte das jetzt im Fall Melli etwa so weit sein? Ich bin auch kein allzu materialistischer Typ. Ja, ich mag schöne Sachen und ich mag auch Shoppen, aber ich brauche Luxusgegenstände nicht zum glücklich sein. Also warum löst das alles so eine komische Sehnsucht in mir aus?

Wenn Sie denken jetzt kommt die Antwort, muss ich Sie enttäuschen. Die Antwort ist leider noch nicht vorrätig.  Aber es zeichnet sich eine Tendenz ab; ich glaube ich habe mir selbst ( entweder aufgrund meiner eigenen Erziehung oder aufgrund gesellschaftlicher Strömungen  (also kurz; dem Zeitgeist ) ) verboten, Bewunderung gegenüber anderen Menschen walten zu lassen.  Da kommt irgendwie automatisch Misstrauen mit hoch. Abr ich bewundere es, wenn jemand einen Stil hat, den man quasi auch aus dem Augenwinkel bei 40km/h sofort erkennt, wenn jemand sein Leben im Griff hat bewundere ich das auch. Da braucht man nicht komisch werden, es ist doch ok zu jemandem aufzuschauen (oder hinzuschauen) und zu denken „Hey, ich hab den Eindruck du bist cool und kriegst das alles gut geregelt! „. OHNE dass man sich selbst dabei schlechter fühlen muss. Warum denn? Eventuell kann der andere gerade wegen dieser Bewunderung als Antrieb und Schwung dienen!? Und  genau mit dieser Erkenntnis haben sich meine Melli-Gedanken schlagartig beruhigt. Was wohl beweisen dürfte, dass ich damit nicht auf dem totalen Holzweg bin.  Und dann kam noch ein toller Gedanke dazu, ohne dass ich den forciert habe, der kam einfach so, quasi freiwillig: „Brauchst du gar nicht, den Mantel von der Melli, hast selbst schöne Mäntel. „.

Autor:

Jahrgang 79. Verheiratet. 3 Kinder. 1 Hund. Ich habe zu bloggen begonnen, weil ich selbst gerne in Blogs stöbere. Toll wäre wenn man tatsächlich ins Gespräch über Familie, Kinder, Erziehung, ...mit euch kommen könnte. Ansonsten benutze ich den Blog als eine Art "Notiz an mich selbst" und mache das ganz einfach aus Spaß!

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